Zu Fuß zum Bahnhof

Zu der vom FUSS e.V. Brandenburg und dem Verein Umweltbahnhof Dannenwalde e.V. in die Diskussion zur Dorferneuerung der Stadt Gransee Ortsteil Dannenwalde eingebrachten Idee der Einrichtung eines Barfußpfades mit Start auf dem Bahnhofsvorplatz über den ehemaligen Holzlagerplatz bis zur Bundesstraße B96, mit vorgesehener Verlängerung auf dem Europäischen Fernwanderweg E 10 gibt es folgende

Beschlusslage

In ihrem Verkehrskonzept hat das Land Brandenburg aufgrund der „hohen Lärm- und Schadstoffbelastungen in bedeutenden Erholungsgebieten" durch den überduchschnittlich hohen Autoanteil „die Gewinnung zusätzlicher Fahrgastpotenziale, die im Freizeit- und Ausflugsverkehr die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen" zum Ziel für ein „Integriertes Mobilitätsangebot im Freizeitverkehr" erklärt. „Außerörtlich soll deshalb der schrittweise Ausbau von Rad- und Fußwanderwegenetzen, die mit Haltepunkten im Schienennetz zu verknüpfen sind, die Nutzung des Umweltverbundes im Freizeitverkehr fördern." [1]

In der Kreisentwicklungskonzeption wird Dannenwalde „als Schwerpunktgemeinde für die touristische Entwicklung innerhalb des Kreisgebietes von Bedeutung" ausgewiesen. [2]

Ein Barfußpfad entspricht allen fünf „Leitlinien für den Tourismus", die in der Entwicklungsstrategie des Naturparks Uckermärksche Seen für dieses Brandenburger Großschutzgebiet festgelegt wurden: Es „solle(en) keine touristischen Großprojekte entstehen, der Tourismus kleinräumig und im Einklang mit den Zielen des Naturschutzes entwickelt werden, naturverträgliche Besucherlenkung Vorrang haben, attraktive Angebote (Kultur, Natur, einheimische Produkte) aufgebaut werden, eine Sensibilisierung der Besucher für Naturschutzgedanken durch Umweltbildung erfolgen." [3]

Im Rahmen der Dorferneuerungsplanung wurde im Leitbild der dörflichen Entwicklung der „naturnahe Gesundheitstourismus" besonders hervorgehoben, der die „auf Tourismus orientierten" vorhandenen "gewerblichen" Betriebe stärken und weitere Ansiedlungen begünstigen soll. Angemerkt wird dazu, dass diese Angebote zu "erschwinglichen" Preisen erfolgen sollen. [4]

Als Entwicklungsziele der Gemeinde wurden ebenso die „Entwicklung von Freizeitmöglichkeiten und Erholungsfunktionen (Ausbau des touristischen Angebotes und der Naherholung in enger Verbindung mit der Entwicklung der Region)" und die „Gestaltung des Bahnhofsumfeldes" genannt. [5]

Mit der Festlegung der „Schwerpunkte der tourismusorientierten Gestaltung" werden beide Entwicklungsziele miteinander verbunden: „Für Dannenwalde erscheint die Anlage eines Barfuß-Pfades sinnvoll. Die bahnhofsnahe Freianlage kann einen Teil dieser Wegeführung aufnehmen und über einen Rundweg Interessierte gewinnen. Der Gesamtverlauf ist durch Fachleute zu präzisieren." [6]

Entscheidend für diese Aussage war, dass sich entsprechenden Grundstücke im Besitz der Stadt Gransee befinden. [7]

„Bahnhof, Bahnhofsvorplatz und ehemaliger Holzlagerplatz" bleiben bei den konkreten Gestaltungs-Vorschlägen miteinander verknüpft: „Der Bahnhof sollte als historisches Ensemble und Zugang nach Dannenwalde erhalten werden. Das trifft auf die Gebäude als auch auf den Bahnhofsvorplatz zu." [8] Und weiter: „Der alte Holzlagerplatz erhält eine touristische Wegeführung in Form eines Barfuß-Rundweges. Kleine Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten (Weidenzelte, Labyrinth, Wasserpumpe mit Schöpfbecken) werden angeboten. Dieser Einstieg soll auch Autofahrern, die am Parkplatz halten, zu einem längeren Aufenthalt bewegen. Der Platz wird ebenfalls von Besuchern des Gewerbegebiets zu nutzen sein, da der Fahrzeugverkehr auf dem Bahnhofsweg gering ist.

Der Wegeverlauf ermöglicht einen Anschluss an den Europafernwanderweg E 10." [9] Diese Fortführungs-Option des Barfußpfades wird an anderer Stelle erläutert: „Die Wegeführung des Ruppiner-Land-Rundwanderweges (E10) sollte in Dannenwalde auch den Schlosspark tangieren. Es wird vorgeschlagen, zwischen Mittelachse des ehemaligen barocken Parks bis zum Lärchenweg einen wassernahen Knüppeldamm oder Molenweg zu gestalten (für ortsnahe Spaziergänge und als Bestandteil des E 10). In diesem Gebiet gab es früher eine Wegeführung." [10]

Der Barfußpfad wurde als Maßnahmeschwerpunkt beschlossen, in der Rubrik „Platzgestaltung ehemaliger Holzlagerplatz": „der Beginn eines Barfußfades mit Rundweg auf diesem Platz wird mit der Planung ermöglicht" und in der Rubrik „Gestaltungsmaßnahmen im Bereich des Schlosses / Gutsbereich": "Bau eines Knüppeldammes oder Holzmolenweges als ufernahe Anbindung des Schlossparks an den Wanderweg E 10".[11] Für beide Maßnahmen wurden als grobe Richtwerte für die Kosten 49.000 Euro (ehemaliger Holzlagerplatz) bzw. 70 bis 110.000 Euro (Knüppeldamm) angegeben. [12]

Das Dorferneuerungsprogramm Dannenwalde stellte die Umsetzungs-Chancen positiv heraus: „Mit den Aktivitäten vieler im Ort tätiger Vereine hat Dannenwalde eine große Chance, touristische Angebote unterbreiten zu können und damit ein wichtiges wirtschaftliches Standbein zu entwickeln. Dannenwalde kann von diesen vielfältigen Aktivitäten partipizieren und diese durch seine Dorfgestaltung umsetzen." [13] Oder an anderer Stelle: „Wenn Dannenwalde Touristen an sich binden will, müssen Gemeinde, Vereine und Gewerbetreibende zusammenarbeiten und im Verbund mit der Tourismusvermarktung Gransee und dem Tourismusverband Ruppiner Land auftreten." [14] Beide Ideen-Lieferer für den Barfußpfad und auch die NaturFreunde - Regionalgruppe Obere Havel e.V. und der Dannenwalder Förderkreis Kultur und Kirche am Weg e.V. haben ein großes Interesse signalisiert. Der Verein Umweltbahnhof Dannenwalde e.V. sieht im Barfußpfad einen Baustein zur Absicherung des Bahnhaltes. [15] Der FUSS e.V. will den Barfußpfad in Dannenwalde als ein bundesweites Modell-Vorhaben unterstützen, vorausgesetzt, dass die Gemeinde diese Maßnahme mit trägt. [16] Die Beschluss-Lage der Stadt Gransee ist zu diesem Vorhaben eindeutig.

Am 25.3.204 fand in den Gemeinderäumen des Ortsteils Dannenwalde eine Abspracherunde (LASA, Wirtschaftsförderung WfO Kreis Oberhavel, Stadt Gransee, Tourismusverband Ruppiner Land, Ortsteilbürgermeister, UBD e.V, FUSS e.V.) statt. Vereinbart wurde, dass die Stadt die notwendigen Finanzmittel beantragen wird, damit eine planerische Vorbereitung 2004 und eine bauliche Umsetzung im Jahr 2005 erfolgen kann. Mit der Planung sollen die Ideengeber FUSS e.V. und UBD e.V. betraut werden, die mit der Stadt eine Zielvereinbarung treffen sollen. [17] In der Amtsleiter-Sitzung am 23.7.2004 wurde vereinbart, den geplanten Laufpark-Gransee und den Barfußpfad zu einem gemeinsamen ABM-Projekt zu bündeln. [18]

Ein Barfußpfad ist „naturnaher Gesundheitstourismus" zu „erschwinglichen" Preisen und er wird im Dorferneuerungsprogramm als Gestaltungselement für den ehemaligen Holzlagerplatz zwischen dem Bahnhof und der B 96 von der Gemeinde favorisiert. Der Barfußpfad ist Teil der von der Landesregierung gewünschten Verknüpfung von Wanderwegen mit dem Schienennetz. Er soll 2005 entstehen.

Verwendete Quellen:
DEP 2004: Dorferneuerungsplanung Dannenwalde OT der Gemeinde Gransee von der Firma Landplan GmbH, Stand 29.08.2003, beschlossen von der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gransee am 15.01.2004
IVK 2002: Integriertes Verkehrskonzeot 2002, herausgegeben vom Land Brandenburg, Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr, Potsdam, Okt. 2002
KEK 2000: Kreisentwicklungskonzeption des Landkreises Oberhavel, 1. Fortschreibung; Beschluss vom 04.04.2000.
NUS 1999: Regionale Entwicklungsstrategie der Naturparkregion Uckermärkische Seen